Glücksspiel und Beziehung

Wenn Glücksspiele die Beziehung gefährden – Ob Slotautomaten, Roulette, Baccarat, online Blackjack, Poker oder Sportwetten: Das Spiel mit dem Glück erfreut sich im 21. Jahrhundert einer wachsenden Popularität. Immerhin ist es einfacher denn je, einen Einsatz zu riskieren und auf das Glück zu pochen. War es noch vor wenigen Jahren notwendig, Spielothek oder Spielbank zu betreten, genügt es mittlerweile, das Smartphone zu zücken. Zahlreiche lizenzierte Online-Spielhallen warten darauf, mit einem großen Portfolio, lukrativen Gewinnchancen und einem Bonusprogramm zu überzeugen. Dass darunter auch die Beziehung leiden kann, versteht sich von selbst. Erst recht, wenn der Gelegenheitsspieler von gestern in die Spielsucht von morgen schlittert.

Wie entsteht Spielsucht?

Das Glücksspiel verhält sich ähnlich dem Alkoholismus. Es setzt sich schleichend im Alltag fest, scheint anfangs kaum problematisch. Hier und da ein Bierchen trinken, gelegentlich einen Einsatz wagen, das gesamte Portfolio eines Casinos im gesunden Rahmen ausprobieren. Die ersten Glücksmomente lassen nicht lang auf sich warten. Doch Menschen sind Gewohnheitstiere, die schnell die Kontrolle verlieren. Denn nach den Gewinnen oder den guten Abenden in der Kneipe muss es mehr sein. Und bleiben die Erfolgsmomente aus, müssen sie ausgeglichen werden. 100 Euro verloren? Kein Problem: Dann werden eben 200 Euro in die sprichwörtliche Waagschale geworfen, um wieder eine positive Bilanz zu ziehen. Und noch ehe der Spielzwang als solcher erkannt wird, ist es häufig schon zu spät.

Diese Probleme entstehen in der Beziehung

Spielsucht ist ein ernsthaftes Problem, das sich sowohl auf die Psyche des Betroffenen als auch der Angehörigen auswirkt. Denn so schön es ist, beim Roulette zu gewinnen, so niederschlagend sind die Gedanken an die Verluste, die danach entstanden sind. Die Spielhalle wurde nicht mit einer proppenvolle Brieftasche verlassen. Ganz im Gegenteil ist sie wieder einmal um 500 Euro erleichtert. Betroffene empfinden ein Schamgefühl und flüchten sich in Geheimniskrämerei. Sie sind von ihren Partnern unauffindbar, reagieren gereizt und weichen unangenehmen Fragen aus. Im schlimmsten Fall sind plötzlich Gelder verspielt, die für Kinder oder das gemeinsame Haus notwendig waren.

Lassen sich Glücksspiel und Beziehung in Einklang bringen?

So suchtgefährdend das Glücksspiel ist: Es kann sehr wohl auch ein schlichtes Hobby darstellen, über dessen Gefahren Klarheit existiert. Wer gern eine Runde spielt, sollte seinen Partner bestenfalls vorher benachrichtigen und ausführliche Gespräche suchen. Denn wenn Offenheit besteht, ist die Chance, in eine Abwärtsspirale zu driften, wesentlich geringer. Es empfiehlt sich beispielsweise, eine Art Hobbybudget einzurichten. Dabei lässt sich der Spieler vom Partner einen fixen wöchentlichen Betrag geben. Ist er verspielt, muss schlichtweg gewartet werden. Beim ersten Anzeichen von einer Spielsucht sind schnellstmöglich Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

Was tun, wenn der Partner an Glücksspiel leidet?

Es ist wichtig, dass der Betroffene Einsicht zeigt und bereit ist, an einer Therapie teilzunehmen. Andernfalls kann ihm nicht geholfen werden. Angehörige sollten sich darauf einstellen, die Spielsucht als Krankheit anzuerkennen und je nach Schwere Konsequenzen zu ziehen. Dazu zählen beispielsweise ein eigenes Bankkonto, der Verzicht auf finanzielle Unterstützung des Partners, im schlimmsten Fall aber auch die Trennung oder Scheidung.

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